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Vögel 22.01.2015

Lernen von den Wellensittichen in Australien: Ihr Verhalten beeinflusst die Haltung unsere Vögel.

Wellensittiche - woher stammen sie eigentlich?

Die Wellensittiche in unseren Haushalten stammen - na klar - letztendlich von einem Züchter. Aber ihre Verwandten leben nach wie vor frei in ihren ursprünglichen Habitaten in Australien. Wo und wie leben die Tiere dort eigentlich? Das Leben im Heimatland der Wellensittiche gibt auch Aufschluss darüber, was unsere gefiederten Freunde zu Hause schätzen.

von Dr. Regine Rottmayer  

In Australien findet man die Vögel im Inland fast überall. Sie leben in großen Gruppen oder Schwärmen von meist mehreren Hundert oder gar mehreren Tausend Tieren. Wellensittiche bilden stabile Paarbeziehungen innerhalb der großen Gruppe aus.

Die Tiere leben in Steppengebieten, Buschlandschaften aber auch in offenen Waldgebieten, beispielsweise in Eukalyptuswäldern. Dass durch die Weidewirtschaft immer mehr Viehtränken entstehen, kommt den kleinen Papageienvögeln zugute - mussten sie früher doch dem Wasservorkommen nachwandern und immer wieder den Standort wechseln, wenn die bisherige Wasserquelle ausgetrocknet war.

Viele Zeit für die Futtersuche

Frühmorgens mit dem Sonnenaufgang werden die Tiere munter und verlassen ihre gemeinschaftlichen Schlafbäume, um am Boden Tautropfen aufzunehmen - ebenfalls eine wertvolle Wasserquelle in den Trockengebieten. Auch ein kleines Bad im Tau genießen die Wellensittiche gerne. Im Anschluss verbringen sie viel Zeit damit am Boden nach Nahrung zu suchen. Diese besteht in erster Linie aus den Sämereien von Gräsern und anderen bodendeckenden Pflanzen. Diese werden abgepflückt und entspelzt, wobei die angepasste Schnabelform perfekte Dienste leistet.

Um der australischen Mittagshitze zu entgehen, versammeln sich die Gruppenmitglieder in hohen Bäumen. Dort ruhen sie sich aus und pflegen ihre Sozialkontakte, etwa durch intensive gegenseitige Gefiederpflege. Nachmittags geht die Futtersuche weiter, bevor die Vögel abends wieder die Schlafbäume aufsuchen.

Wer einmal einen Wellensittichschwarm in freier Natur erlebt hat, wird das Spektakel mit Sicherheit nie mehr vergessen.

Wissen für unsere gefiederten Freunde

Nicht zuletzt das Wissen um die Herkunft unserer gefiederten Freunde führt dazu, dass sich Tierhalter und Zoofachhändler Gedanken machen, wie der Tag für die Tiere abwechslungsreich gestaltet werden kann. Dass die Tiere sich in der Gruppe weiterhin am wohlsten fühlen, ist bekannt. Das Anbieten von geschütztem und beaufsichtigtem Freiflug für die quirligen Tiere sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein. Auch im Käfig nehmen viele Tiere gerne ein Taubad - dies kann man ganz einfach in Form eines mit Wasser benetzten Salatblatts anbieten. Futterspiele sorgen dafür, die Zeit der Futteraufnahme über den Tag hinweg zu verlängern - ein bisschen wie bei den Verwandten in Australien.

Eine Form von Futterspiel kann zum Beispiel sein, nicht alles Futter an einem Platz anzubieten, sondern die Futterration auf mehrere Plätze zu verteilen. Natürlich müssen die Tiere langsam daran gewöhnt werden, dass sie ab jetzt das Futter auch an anderen Stellen finden können. Lernerfolge werden sich sehr bald einstellen und dann dürfen die Verstecke nach und nach auch schon mal komplizierter werden.


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