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Vögel 03.01.2018

© Gaby Schulemann-Maier

Das richtige Licht für Ziervögel

Meist werden Ziervögel im Haus gehalten, weil viele Halter keinen Garten haben, in dem sie eine Volierenanlage errichten könnten. Vor allem im Winter kann mangelndes Sonnenlicht für die Gesundheit der Tiere dabei zum Problem werden.

Gastbeitrag von Gaby Schulemann-Maier, WP-Magazin

In ihrer ursprünglichen Heimat sind die wilden Verwandten beliebter Ziervogelarten wie zum Beispiel Nymphensittiche, Wellensittiche oder Unzertrennliche immer im Freien. Entsprechend viel direktem Sonnenlicht sind sie ausgesetzt.

Werden Vögel hingegen in der Obhut des Menschen in geschlossenen Räumen gehalten, fällt zwar  durchaus oftmals Sonnenlicht in das Zimmer, in dem die Tiere untergebracht sind. Doch weil die Sonnenstrahlen durch eine Fensterscheibe in den Raum gelangt, wird ein Teil des Spektrums herausgefiltert. Was durch das Glas gelangt, ist vor allem sichtbares Licht, außerdem gelangt so Wärmestrahlung, also Infrarotstrahlung, in den Raum. Der UV-Anteil der Sonnenstrahlung wird hingegen fast vollständig draußen gehalten, was uns Menschen dadurch auffällt, dass wir in geschlossenen Räumen keinen Sonnenbrand fürchten müssen.

Scheint die Sonne nicht, schalten wir unsere Lampen ein, und je nach Modell ist der Raum dann mehr oder minder hell erleuchtet. Im Winterhalbjahr dominiert in unseren Häusern die künstliche Beleuchtung, was sich je nach Lichtquelle auf das Wohlbefinden unserer Heimvögel auswirken kann.

Sie sind gewissermaßen „lichthungrige“ Wesen und werden bei ständiger Schummerbeleuchtung oft regelrecht träge. Hinzu kommt, dass ihnen der UV-Anteil der Sonnenstrahlung fehlt, und das nicht nur im Winter. Der Körper der Vögel benötigt das Vitamin D3 für den Calcium-Stoffwechsel. Mit der Nahrung kann allerdings nur eine Vorstufe des Vitamins aufgenommen werden, die dann unter UV-Einfluss in der Haut in Vitamin D3 umgewandelt wird. Vitamin D3 wird im Stoffwechsel nicht verbraucht, sondern wirkt lediglich als Katalysator. In gewissem Umfang kann das Vitamin im Organismus auch eingelagert, also bevorratet werden. Gleichwohl kann sich die im Organismus verfügbare Menge an Vitamin D3 nach und nach reduzieren, was schließlich zu Störungen des Calcium-Stoffwechsels führt. Das kann nur mittels ausreichender UV-Bestrahlung verhindert werden, weil dadurch immer wieder Vitamin D3 gebildet wird.

Im Heimtier-Fachhandel werden spezielle Lampen – sogenannte Vogellampen – angeboten, die einerseits helles Licht abgeben und andererseits auch im UV-Bereich strahlen. Solche Lampen können dabei helfen, unsere gefiederten Mitbewohner gesund und munter zu erhalten, und das sommers wie winters. Diese Speziallampen kosten deutlich mehr als gewöhnliche Leuchtmittel, die jedoch fast alle nicht im UV-Bereich strahlen. Weil die Vögel von dem Wellenlängenspektrum der besonderen Lampen jedoch erheblich profitieren, ist es sinnvoll, sich für diese Leuchtmittel zu entscheiden.

Abhängig davon, wo die Leuchtmittel im Einzelfall angebracht werden, also wie weit sie vom Käfig oder Lieblingssitzplatz entfernt sind, muss die Leistungsstärke ausgewählt werden. Hierzu sollten sich Halter im Fachhandel individuell beraten lassen. Und wer genau hinschaut, dem wird auffallen, dass die Vögel im Licht der Vogellampen besonders „strahlend“ aussehen. Das liegt daran, dass ihr Gefieder die UV-Strahlung je nach Körperpartie in unterschiedlicher Weise reflektiert oder absorbiert. Vögel können dies sehr deutlich sehen, für sie ist es sogar in der Partnerwahl entscheidend. Uns Menschen bleibt es vorbehalten, das Ganze nur als überdurchschnittlich leuchtstarken Glanz wahrzunehmen.


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