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Terraristik 14.08.2014

Kornattern können im Terrarium zwischen 15 und 20 Jahre alt werden. Für eine artgerechte Haltung muss die Einrichtung an den natürlichen Lebensraum angepasst sein. Foto: Import-Export Hoch

Kornnatter: Die richtige Einrichtung für das Terrarium

Kornnattern, die es in vielen verschiedenen Zuchtfarben gibt, gehören zu den beliebtesten Terrarientieren in Deutschland. Sie gelten als friedfertig und pflegeleicht. Die Schlangen stammen ursprünglich aus Nordamerika. Damit sie sich im Terrarium wohlfühlen, sollte ihr Zuhause an den natürlichen Lebensraum angepasst werden.

von Dr. Regine Rottmayer

Die Kornnattern sind neben der Wildform in vielen attraktiven Zuchtfarben als deutsche Nachzuchten erhältlich. Die Schlangen werden in der Regel zwischen etwa 1 und 1,30 Meter lang und können im Terrarium stolze 15 bis 20 Jahre alt werden. Obwohl sie als dämmerungs- und nachtaktiv gelten, kann man sie auch tagsüber oft beobachten, wie sie durch ihr Terrarium streifen. Damit sich die Kornnatter wohlfühlt, sollte ihr Zuhause entsprechend eingerichtet sein. Die Checkliste zeigt, welche Grundeinrichtung ein Terrarium für eine Kornnatter haben sollte:

  • Bodengrund: Er sollte so beschaffen sein, dass sich die Natter nicht an scharfen Kanten o.ä. verletzen kann. Es gibt spezielle Terrarienerde oder Sand-Erde-Mischungen sowie eine Auswahl weiterer geeigneter Produkte im Zoofachhandel, die es den Schlangen auch erlauben, sich im Bodengrund einzugraben. Vorteilhaft ist es, wenn die Exkremente der Schlangen auf dem Boden leicht erkannt und entfernt werden können.
  • Beleuchtung: Sie sollte einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus erzeugen und das Terrarium tagsüber auf eine Temperatur von 24 bis 28 Grad erwärmen, an einem Sonnenplatz unter der Lampe auch bis zu 35 Grad. Nachts kann die Temperatur (ohne Beleuchtung) auf Raumtemperatur fallen, also etwa 18 bis 20 Grad. Die genauen technischen Daten der erforderlichen Beleuchtung sind abhängig von den Abmessungen und der Einrichtung des Terrariums. Ihr Zoofachhändler vor Ort berät Sie dazu.
  • Ein Schutzkorb für wärmeentwickelnde Leuchten ist dringend zu empfehlen, damit sich die Tiere an der Lampe nicht verbrennen können.
  • Thermo- und Hygrometer: Da die Einhaltung der Klimabedingungen in der Terraristik für die Natter sehr wichtig ist, sollten gut funktionierende Messgeräte verwendet und regelmäßig abgelesen werden.
  • Belüftungsschlitze: Sie sind in Terrarien in der Regel vorne unten und hinten oben angebracht, so dass die Luft diagonal durch das Becken geleitet wird.
  • Schloss: Es empfiehlt sich, ein Terrarium immer abzuschließen. Kornnattern schaffen es durchaus, Scheiben aufzuschieben oder durch die kleinsten Spalten zu entkommen.
  • Wasserschale: Daraus trinken die Tiere nicht nur, sondern nehmen auch gerne mal ein Bad darin. Deshalb sollte die Schale flach und standfest sein und so groß, dass das Tier ganz hineinpasst.
  • Rückzugsmöglichkeiten: Kornnattern ziehen sich gerne an ein sicheres Plätzchen zurück. Daher sollten mehrere Rückzugsmöglichkeiten an unterschiedlichen Stellen im Terrarium vorhanden sein. Besonders sicher fühlen Schlangen sich, wenn sie mit dem Körper die Wände ihres Versteckes berühren - wenn diese also nicht allzu groß sind. Rückzugsorte können kleine künstliche Höhlen sein oder sich unter stabilen Steinaufbauten oder Wurzeln befinden.
  • Kletteräste: Kornnattern sind sehr gute Kletterer. Daher muss das Terrarium unbedingt ausreichend hoch sein und diese Höhe muss vor allem für die Tiere nutzbar sein. Hier leisten Wurzeln, Äste und Weinreben o.ä. gute Dienste, die stabil befestigt werden.
  • Rückwand: Neben einer temperatur-isolierenden Wirkung sorgt eine Verkleidung mindestens der Rückwand, besser auch der Seitenwände des Terrariums auch dafür, dass sich die Tiere in ihrer Umgebung sicher fühlen. Gleichzeitig können die Wandverkleidungen dazu genutzt werden, weitere Liegeflächen und Klettermöglichkeiten anzubringen.
  • Pflanzen: Natürliche Pflanzen sind sehr pflegeaufwändig, optisch aber sicher ein Hingucker. Wenn sie keine Düngerreste oder Pestizide enthalten, sind sie ein echter Mehrwert im Terrarium, da sie auch bei der Klimaregulierung helfen. Zum Verstecken reichen den Tieren aber auch künstliche Pflanzen, die in vielfältigen Ausführungen erhältlich sind.
  • Wet Box: Um den Tieren einen Ort mit dauerhaft höherer Luftfeuchtigkeit bieten zu können,  wird eine Schlangenhöhle oder ähnliches mit einem feuchtigkeitsspeichernden Substrat wie zum Beispiel Sphagnum Moos befüllt. Dieses wird konstant feucht gehalten und von den Schlangen bei Bedarf gerne aufgesucht.
  • Das ideale Terrarium bietet den Tieren die Möglichkeit, unter wärmeren Stellen wie dem Sonnenplatz sowie etwas kühleren, schattigeren Plätzen zu wählen. Genauso verhält es sich mit der Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Optimalerweise kann das Tier selbst wählen, ob es sich an einem feuchteren oder weniger feuchten Ort aufhalten möchte. Dies kann ermöglicht werden, indem der Bodengrund an einer Ecke des Terrariums leicht feucht gehalten wird, im Rest eher trocken.

Das Terrarium sollte grundsätzlich mindestens so lang und so hoch wie die Gesamtlänge der Schlange sein. Die Breite des Beckens sollte mindestens die Hälfte der Körpergröße der Schlange betragen. So kommt es, dass bei sehr jungen Tieren empfohlen wird, mit einem kleineren Terrarium zu beginnen und dann mit dem Heranwachsen der Schlange in ein größeres Becken umzuziehen.

Für Anfänger ist es sinnvoll, mit der Haltung eines Tieres zu beginnen, das bereits mehrere Monate alt und futterfest ist. So kann der Halter davon ausgehen, dass die angebotenen Futtertiere gut angenommen werden. Auch das gibt es im Vorfeld zu bedenken: Kornnattern ernähren sich von Mäusen, kleinen Ratten, Hamstern und ähnlichem. Diese werden jedoch in der Regel auch als aufgetautes Frostfutter gut angenommen.


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