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Kleinsäuger 16.02.2018

Die meisten Zwerghamster leben lieber alleine.

Zwerghamster im Nagarium

Zwerghamster gehören zu den beliebtesten Heimtieren in Deutschland. Gemeinsam mit anderen Kleinsäugern stehen sie bei Heimtierhaltern an dritter Stelle der bevorzugtesten Tiere. Anders als etwa Katze und Hunde sind die kleinen Nager nicht verschmust.

von Dr. Regine Rottmayer

Beschäftigen sich Tierhalter intensiv mit ihrem Zwerghamster, können die kleinen Nager durchaus zahm werden, dennoch gelten sie nicht als Kuscheltiere. Durch ihre aktive Lebensweise und ihre grenzenlose Neugier bieten die quirligen Tierchen jedoch viel Gelegenheit zur Beobachtung. Obwohl die Zwerghamster dämmerungsaktiv sind, haben sie auch tagsüber Zeiten, zu denen sie sich blicken lassen und ihrem Bewegungsdrang nachgehen.

Zu den Zwerghamstern gehören insbesondere der Dsungarische  Zwerghamster, der Campbell-Zwerghamster, der Roborowski-Zwerghamster sowie der Chinesische Streifenhamster.

Im Zweifel lieber Einzelhaltung

Die Tiere leben in der Natur teilweise in Paaren oder kleinen Gruppen, zu bestimmten Zeiten lösen sich die Gruppen auch wieder auf und die Tiere leben alleine. In der Heimtierhaltung ist nach wie vor umstritten, welche Haltungsform nun ideal ist. Immer wieder kommt es bei der Haltung als Paar oder in einer Gruppe auch nach längerer Zeit noch zu schweren Kämpfen, bei denen sich die Tiere erheblich verletzen. Das führt dazu, dass die Hamster fortan doch einzeln gehalten werden müssen. Ob sich die kleinen Nager dauerhaft in einer Gruppe wohlfühlen, hängt auch von der Zuchtlinie ab. Wenn Sie sich nicht sicher sind, aus welcher Zucht die Tiere stammen, ist es empfehlenswert, den Zwerghamster lieber einzeln zu halten.

Die Tiere leben in der Natur in unterirdischen Bausystemen mit Tunneln. Sie brauchen also immer ausreichend Gelegenheit zum Graben. Ideal ist es, wenn die Tiere in einem sogenannten „Nagarium“ mit einer Größe von mindestens 100x50x50 cm leben. Ein Nagarium ist eine Art Terrarium, bei dem die Lüftungsschlitze so angebracht sind, dass ausreichend Einstreu verwendet werden kann, ohne sie zu verstopfen. So können ohne weiteres 20 und mehr  Zentimeter Einstreu eingefüllt werden. Damit der Zwerghamster auch wirklich erfolgreich seine Gangsysteme angelegen kann, sollte die Heimtier- oder Hanfstreu mit Heu und Stroh gemischt werden. Auch trockene Blätter und Rindenstückchen, die ebenfalls im Zoofachhandel in guter Qualität erhältlich sind, eignen sich. Sie bieten den Tieren zusätzliche Abwechslung und Knabberspaß.

Unterschlupf und ein Laufrad

Zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten wie Wurzeln, Höhlen und Äste sollten in keinem Zwerghamsterheim fehlen. Auch ein Laufrad, das so groß sein muss, dass der Hamster mit geradem Rücken darin laufen kann, leistet gute Dienste. So können die flinken und agilen Tierchen ihrem Bewegungsdrang, den sie von Natur aus haben, nachgehen.

Die Tiere klettern zwar, sind dabei aber nicht besonders geschickt, so dass bei der Käfiggestaltung darauf geachtet werden sollte, dass es keine gefährlichen Absturzmöglichkeiten gibt.

Zur Fellpflege benötigen die kleinen Nager ein Sandbad, dafür eignet sich Chinchillasand. Gerne nutzen die Hamster ihr Sandbad auch als Klo, es sollte deswegen jeden Tag gereinigt werden. Die Großreinigung des Geheges ist in der Regel und bei Verwendung von genügend Einstreu alle drei bis vier Wochen erforderlich. Da die Tiere sich sehr stark über den Geruch orientieren, sollte dabei immer ein kleiner Rest des gebrauchten Einstreus wieder verwendet werden, damit sich die Nager gleich wieder wohlfühlen.


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