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Kleinsäuger 16.11.2016

Ohren wie ein Luchs - das besondere Hörvermögen von Kleinsäugern

Viele Tiere hören „besser“ als Menschen. Auch Kaninchen, Meerschweinchen und Co zählen zu den Tieren, die oft zusätzliche Frequenzen wahrnehmen können, die dem Menschen verborgen bleiben.  Sie reagieren daher sehr empfindlich auf Geräusche und Lärm. Bei der Haltung von Kleinsäugern ist das unbedingt zu berücksichtigen und mit ein bisschen Aufmerksamkeit lässt sich der Lärm-Stress für die Tiere vermeiden.

von Dr. Regine Rottmayer

In freier Natur ist das feine Hörvermögen der Kleinsäuger überlebenswichtig, denn nur so können sie Fressfeinde frühzeitig wahrnehmen und haben eine Chance zur rechtzeitigen Flucht.

Viele Tiere, wie etwa Meerschweinchen, Ratten oder Mäuse kommunizieren über Lautäußerungen und haben ein dementsprechend ausgebildetes Gehör. Ein Großteil der Lautäußerungen ist auch für uns Menschen hörbar. Doch darüber hinaus geben beispielsweise Ratten und Mäuse Laute im Ultraschallfrequenzbereich ab. Dazu gehören auch wichtige Warnrufe, die dem Mensch verborgen bleiben.

Da die Tiere also eine andere Geräuschwahrnehmung haben als der Mensch, sollten bei der Tierhaltung ein paar Dinge beachtet werden:

  • Grundsätzlich sollte im Umgang mit den Tieren eine gedämpfte Lautstärke vorherrschen. Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sind insbesondere bei plötzlich auftretenden Geräuschen sehr schreckhaft. So könnte man prüfen: Wie laut ist zum Beispiel die Wohnungsklingel oder das Läuten des Telefons im Aufenthaltsbereich der Tiere zu hören?
  • Beim Betreten eines Raumes sollten die Tiere immer leise angesprochen werden. So erschrecken sie nicht und werden insgesamt entspannter und in der Folge zutraulicher, als wenn jede Menschenbegegnung erst einmal mit einem regelrechten Schreck einhergeht.
  • Beim Hochheben oder Festhalten der Tiere, sollte ebenfalls die Stimme gesenkt werden. Besonders wenn die Aufregung groß ist, wie das bei jungen begeisterten Tierfreunden schon mal der Fall sein kann, sollte dennoch nur ruhig und leise mit den Tieren und mit anderen Menschen im Raum gesprochen werden. Insbesondere hohe, schrille Geräusche sind für die Vierbeiner oftmals quälend.

Technische Geräte sollten nicht in der Nähe stehen

  • Technische Geräte geben teilweise ungeahnte Geräusche im Ultraschallbereich ab. Der Mensch hört sie nicht - Tiere möglicherweise schon. Computer und Fernseher sollten daher zum Beispiel nicht in unmittelbarer Umgebung der Tiere sein. Auch Teile von Waschmaschinen und anderen Geräten können unangenehme Laute abgeben. Hegt man einen entsprechenden Verdacht, so sollte darauf geachtet werden, dass diese Geräusche von den Tieren ferngehalten werden. Hinweise können sich unter anderem aus der Reaktion der Tiere auf das Einschalten eines solchen Geräts ergeben.
  • Moderate (!) Hintergrundmusik im Raum erscheint in der Regel unproblematisch, sofern sichergestellt ist, dass es nicht zu Frequenzstörungen oder Rauschen im Radio kommt, was auch dem Menschen unangenehm wäre. Wer die Tiere genau beobachtet, kann im Verhalten der Tiere erkennen, ob die Geräuschkulisse womöglich stört.

Unsere Heimtiere können sich nicht die Ohren zuhalten. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit kann man ihnen einiges an unbeabsichtigtem Lärm-Stress ersparen.


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