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Kleinsäuger 13.08.2018

Erkältung bei Kleinsäugern - so können Tierhalter vorbeugen

Mit Herbstbeginn mehren sich die besorgten Fragen: "Können sich meine Kaninchen und Meerschweinchen erkälten?" Diese Besorgnis ist zumeist unbegründet. Bei sommerlicher Wärme leiden diese Tiere, sie können sogar einen Hitzschlag bekommen. Doch Kälte macht ihnen wenig aus.

von Dr. Rolf Spangenberg

Wildmeerschweinchen stammen aus den Höhenlagen der südamerikanischen Anden. Dort wird es nie richtig warm, dafür aber im Winter sehr kalt.

Wildkaninchen bekommt man tagsüber bei Sommerhitze kaum zu Gesicht. Sie hocken dann in ihren dunklen, jedoch angenehm kühlen Bauen. Im Winter tollen sie munter auf Schneeflächen herum und verziehen sich nur dann in die Baue, wenn es stürmt oder schneit. Beide Tierarten sind also auf Kälte eingestellt, doch gilt es bei der Freilandhaltung einige Punkte zu beachten.

Tiere brauchen einen trockenen Unterschlupf

Zunächst einmal reagieren sie empfindlich auf feuchte Kälte oder Nässe. Unter diesen Umständen können sich sogar Eisbären erkälten! Bei der Haltung im Freien ist also sorgfältig darauf zu achten, dass immer ein trockenes Plätzchen zur Verfügung steht. Das lässt sich mit einer zumindest teilweisen Überdachung erzielen. Außerdem schätzen sie Zugluft oder Wind überhaupt nicht. Deshalb ist das Freigehege mit ein oder zwei Wänden zu versehen. Kuscheliges Stroh oder Heu muss reichlich zur Verfügung stehen. Häuschen sind unverzichtbar! Sie können ruhig aus Weichholz gebaut sein, das gern benagt wird. Sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen lieben es, oben auf dem Flachdach zu liegen und die Umgebung in Ruhe zu beobachten.

Und wie sieht es mit der Winterbekleidung aus? Die Natur hat diese Tiere mit einem genau passenden Winterpelz ausgestattet, mit dem sie sehr gut gegen trockene Kälte geschützt sind.

Kein angefrorene Futter verabreichen

Und was ist mit dem Futter? Angefrorenes Grünfutter bekommt dem empfindlichen Verdauungssystem von Kaninchen und Meerschweinchen leider überhaupt nicht. Schwere Erkrankungen können die Folge sein. Deshalb gibt man im Zweifelsfall lieber Trockenfutter plus Heu aus dem Zoofachhandel. Damit kann man nichts verkehrt machen. Getrunken wird wenig, eine Tränkvorrichtung mit warm eingefülltem Wasser sollte aber etwa zweimal täglich zur Verfügung gestellt werden.

Wichtig: Bitte nicht Kaninchen oder Meerschweinchen, die bisher in der warmen Stube gelebt haben, unvermittelt ins Freie setzen! Sie sollten spätestens im Herbst an den Auslauf in freier Natur, mit seinem Übergang von Wärme und Kälte, gewöhnt werden. Dann fühlen sie sich wohl, selbst an knackigen Wintertagen!


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