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Katzen 14.03.2018

Katzensenioren - Besonderheiten der alten Katze

Nicht nur wir Menschen werden Dank der guten Versorgung und medizinischer Fortschritte immer älter. Auch Katzen profitieren davon, so dass sich die Lebenserwartung von ehemals 8-10  Jahren, mittlerweile auf gute 16 Jahre und mehr gesteigert hat.

von Sabine Ruthenfranz

Mit dem steigenden Alter der Katzen, gehen auch Veränderungen einher. Die Palette reicht von abnehmendem Seh- oder Hörvermögen, über Verschleißerscheinungen mit eingeschränkter Beweglichkeit, bis hin zu Demenz. Ein guter Grund für Katzenhalter, um sich einen Überblick über mögliche Veränderungen zu verschaffen und vorzubeugen.

Individuelle Veränderungen

Wenn man tagein tagaus mit seiner Katze zusammen ist, wird sich der Alterungsprozess vorerst unbemerkt entwickeln. Mit altersbedingten Verhaltensveränderungen ist ab etwa 11 Jahren zu rechnen.  Ab etwa 15 Jahren kommen medizinische Probleme dazu. Da jede Katze ein Individuum ist, verhält es sich auch mit der Alterung ganz individuell. Es gibt Katzen die bis zu ihrem Tod scheinbar topfit sind und ganz unbemerkt gealtert sind.  Andere zeigen hingegen schon recht früh altersbedingte Veränderungen.

Verantwortlich dafür sind neben anderen Faktoren auch die jeweiligen Lebensbedingungen. Katzen mit Freigang haben oft mit anderen Problemen zu kämpfen, als reine Wohnungskatzen. Alte Katzen verletzen sich nicht nur leichter, gerade Freigänger haben manchmal nicht mehr die Kraft sich wie früher im Revier zu behaupten und kommen unter Umständen häufiger mit Verletzungen nach Hause.

Die Katze – ein schwieriger Patient

Selbstverständlich spielt auch die Pflege durch den Halter und den behandelnden Tierarzt eine Rolle dabei, wie sich die Katze im Alter entwickelt.  Eine regelmäßige Gesundheitskontrolle durch den Tierarzt ist eine wichtige Maßnahme, um den Gesundheitsstatus zu erhalten und vor allem um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Denn die Katze ist ein ausgesprochen schwieriger Patient, da sie starke Schmerzen und Unwohlsein extrem lange verbergen kann. Jegliche Veränderungen bei ihr sollten deshalb vom Halter gut beobachtet und im Zweifelsfall direkt vom Tierarzt abgeklärt werden.

Veränderungen der Sinnesorgane und ihre Folgen

Das Nachlassen der Fähigkeit zu riechen, zu hören und zu tasten, verunsichert die Katze je nach Typ mehr oder weniger stark, so dass Missverständnisse zu anderen Tieren im Haushalt aber auch zum Menschen entstehen können. Bekannte werden als Fremde misstrauisch beobachtet, Fremde werden als Freunde angesehen, unbekannte Umweltreize (z.B. Geräusche, Gerüche) werden von der Katze als Bedrohung empfunden. Auch können sich die rassetypischen Merkmale und die persönlichen Eigenarten verstärken oder ins Gegenteil umkehren. Eine ruhige Katze wird zum Beispiel noch ruhiger oder sie wird hyperaktiv.

Veränderte Nutzung der Katzentoilette

Zugegeben: Es kann verwirrend sein, wenn die Katze, die seit ewigen Zeiten ihre Katzentoilette mit gewohnter Streu genutzt hat, diese plötzlich nicht mehr oder nicht mehr zuverlässig aufsucht. Aber mit dem Alter haben sich oft auch einfach die Bedürfnisse verändert. Ist die Katze unsauber geworden muss zuerst ihre Gesundheit beim Tierarzt überprüft werden. Ist nichts Auffälliges zu finden, gilt es das Katzenklomanagement im Sinne der Katze sachte zu optimieren. Zusätzliche Toiletten für kürzere Wege, größere Toiletten für mehr Bewegungsfreiheit, bequemere Erreichbarkeit durch eine kleine Treppenstufe am Eingang und vieles mehr können dazu beitragen, das Problem zu lösen. Keinesfalls sollte man die Unsauberkeit einfach als Altersmarotte abstempeln, denn es gibt immer gute Gründe dafür.  

Diese und viele weitere Veränderungen der Katze können sich im Alter bemerkbar machen. Mit Mitgefühl und einem guten Tierarzt an der Seite steht einer zufriedenen Seniorenzeit jedoch nichts im Wege.

Weitere Informationen finden Sie hier und im Buch „Katzensenior - alte Katze“ von Sabine Ruthenfranz, ISBN: 978-3-7347-7233-7


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