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Katzen, Tiere in Not 30.11.2015

Katze aus dem Tierheim - So klappt die Eingewöhnung

Sie ist das beliebteste Heimtier und viele wünschen sie sich: eine Katze. Wer nach dem passenden Stubentiger sucht, sollte den Weg ins Tierheim nicht scheuen.  Dort gibt es viele Samtpfoten, die sich über ein schönes neues Zuhause sehr freuen. Worauf zu achten ist und welche Fragen Katzenfreunde im Vorfeld unbedingt klären sollten, weiß der Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) Norbert Holthenrich.

Wer einer Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause  schenken möchte, muss berücksichtigen: Das Tier hat bereits eine Geschichte. Und diese Geschichte ist nicht immer bekannt. Doch zunächst muss geklärt sein, ob in dem neuen Zuhause überhaupt ein tierischer Mitbewohner einziehen darf. Ein Blick in den Mietvertrag oder ein Gespräch mit dem Vermieter sollte also an erster Stelle stehen.

Sind diese Fragen geklärt, sollte man einen kritischen Blick auf die eigene Wohnsituation werfen: Passt die Wohnung überhaupt zur Katze? Kann die Katze raus, wenn sie ein Freigänger ist? Denn eins steht fest: „Einen Freigänger kann man nicht zu einer Wohnungskatze machen“, sagt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich.

Sind alle Bedingungen erfüllt, steht die Frage im Raum: Welche Katze passt eigentlich zu mir? Kommt die Katze in einen Single-Haushalt, oder in eine Familie? In einer Familie müssen sich natürlich alle einig, sein, dass ein tierischer Mitbewohner einziehen soll.  

Katzen genau ansehen und ausführlich informieren

Bei der Entscheidung, sollte man zudem nicht nur auf Aussehen und Rasse achten, sondern auch auf die Vorgeschichte, Alter und das Verhalten der Katze. „Es ist wichtig, sich die Katzen im Heim genau anzusehen und sich ausführlich bei dem Personal zu informieren“, rät Holthenrich. Je mehr man über die Katze weiß, desto leichter ist auch herauszufinden, ob sie zur Wohn- und Familiensituation passt.

Wichtig bei der Entscheidung ist zudem, wie viel Erfahrung ein Katzenfreund mitbringt. So können Experten und Katzenkenner durchaus einen Stubentiger mit unbekannter oder schwieriger Vergangenheit aufnehmen, „sie wissen schneller, was mit der Katze los ist und können ihr Verhalten besser einordnen“, erklärt Holthenrich.

Katzenliebhaber mit keiner oder weniger Erfahrung sollten möglichst einen Stubentiger aufnehmen, dessen Vorgeschichte bekannt ist, weil sie sich dann einfacher auf bestimmte Situationen einstellen und das Verhalten der Katze besser einordnen können.

Alles rund um Tiere aus dem Tierheim lesen Sie auch hier: Tiere in Not

Die Eingewöhnung erleichtern

Katzen sind Gewohnheitstiere: Ihnen fällt es allgemein sehr schwer, ihr bekanntes Revier zu verlassen und sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen, auch wenn das viel schöner ist als das Alte. Während es jungen Katzen noch verhältnismäßig leicht fällt, tun sich ältere Katzen sehr schwer mit der Umstellung. 

Besonders schwierig ist es zudem für Freigänger. Unter Umständen legt die Samtpfote Hunderte Kilometer zurück, um wieder in das alte und vertraute Revier zurückzukehren. Hier sind Experten gefragt, denen es gelingt, Schritt für Schritt die Katze an das neue Zuhause zu gewöhnen. Einfacher ist es mit Wohnungskatzen, die nicht weglaufen können. Geduld ist trotzdem gefragt, denn auch diesen Katzen fällt die Umstellung nicht leicht.

Katzen am Anfang „in Ruhe lassen“

Die Eingewöhnung sollte man den neuen Mitbewohnern so angenehm wie möglich gestalten und sie nicht überfordern. So individuell das Tier ist, so individuell ist auch die Phase der Eingewöhnung. Vor allem am Anfang sollte man die Katze „in Ruhe lassen“ und nicht aktiv auf sie zu gehen, besser: „Warten bis die Katze von selbst auf einen zugeht. Sie wird kommen – das kann eben dauern, manchmal eine Woche, manchmal Monate“, sag der ZZF-Präsident. In dieser Phase sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass  auch die Kinder diesen Grundsatz – auch wenn es schwerfällt – beherzigen.

Vertraute Gegenstände machen der Katze die Eingewöhnung leichter. Holthenrich: „So viel wie möglich von dem übernehmen, was die Katze kennt.“ Nicht nur Spielzeug und das gewohnte Schlafkissen helfen der Katze, auch das gewohnte Futter und Katzenstreu sollte nach Möglichkeit beibehalten werden.

Mögliche Unsauberkeit ist eine Form von Protest

Grundsätzlich sind Katzen saubere Tiere. Es kann aber bedingt durch den Umzug passieren, dass die Katze anfangs unsauber ist. Das wird sich legen, weil das Tier sich irgendwann an die neue Situation gewöhnt. Die Unsauberkeit ist eine Form von Protest, mit der der Stubentiger ausdrückt, dass ihm etwas missfällt.  

Die Unzufriedenheit kann allerdings auch andere Ursachen haben und bei jeder Katze auftreten: Das Futter, das Streu oder etwas ganz anderes – dann sind fast kriminalistische Fähigkeiten gefragt, um herzauszufinden, was der Katze nicht passt.


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