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Tiere im Beruf, Facetten 05.03.2013

Katzen gerne am Schreibtisch

zza trifft Undine Kurth, MdB

zza: Sie haben ein Heimtier, welches?

Undine Kurth: Bei uns gab und gibt es immer Katzen. Zur Zeit haben wir zwei wunderschöne Exemplare - einen Kater und eine Katze. Mit dem "haben" ist das aber wohl etwas anders: Ich habe den Eindruck, dass die Katzen eher uns "haben" - als wir sie.

Wieso haben Sie sich gerade für diese Tiere entschieden?

Ich bin nicht festgelegt auf bestimmte Tiere und kann mir - bis auf Spinnen vielleicht - durchaus viele Mitbewohner in unserem Haus vorstellen. Aber derzeit sind Katzen wohl die geeignetsten Begleiter. Sie kommen besser damit zurecht, dass wir nicht immer in ihrer Nähe sind. Ich pendele ständig zwischen Berlin und Quedlinburg, bin viel im Land unterwegs und mein Mann ist ebenfalls beruflich eingespannt. Da ist es gut, dass die beiden via Katzenklappe ihre eigenen Wege gehen können, wenn es ihnen ohne uns zu langweilig wird.

Wie sind Sie zu Ihren Tieren gekommen?

Die Tiere sind zu uns gekommen - wie alle Katzen vor ihnen auch: zugelaufen oder über das Tierheim vermittelt. Den Kater haben wir als ganz kleinen Kerl auf der Mülldeponie vor der Stadt gefunden. Das war vor zwei Jahren, unmittelbar vor Weihnachten, darum heißt er auch Nikolaus. Die Katze ist auf einem Hof in einem Nachbarort ausgesetzt worden und ist jetzt seit einem Jahr bei uns. Zum Glück vertragen sich die beiden.

Warum haben Sie Tiere?

Ich kann mir ein Leben ohne Tiere nicht vorstellen. Gerade Katzen sind besonders faszinierend, sie haben einen umwerfenden Charme. Gibt es etwas Beruhigenderes und Gemütlicheres als gerade jetzt im Winter mit Katzen auf dem Sofa zu kuscheln und über die Dinge des Lebens zu plaudern?

Hatten Sie schon als Kind ein Tier?

Ja, im Haushalt meiner Eltern gab es immer Tiere: Hunde, Katzen und sogar ein Huhn - das sich im Puppenwagen spazieren fahren ließ! - und bei der Nachbarin eine Kuh. Das habe ich als sehr angenehme Kindheitserfahrungen in Erinnerung, die ich auch heute möglichst vielen Kindern wünsche, denn gerade in jungen Jahren wird unsere Empathie für Tiere entwickelt und man nimmt selber viel für das Leben mit.

Tiere gehen nicht wählen. Unterstützen Ihre Tiere Ihre politische Arbeit dennoch?

Richtig, Tiere können nicht wählen, aber man kann für die Tiere wählen gehen. Tierschutz wird vielen Menschen immer wichtiger, und sie sollten genau hinschauen, was die einzelnen Parteien hier im Angebot haben für die Heimtiere, aber auch für die Landwirtschaftstiere, die Zirkustiere und erst recht für die Millionen Versuchstiere.

Was meine Katzen betrifft: Beide interessieren sich zumindest leidenschaftlich für die Papiere auf meinem Schreibtisch, und auch die Tastatur meines Computers hat es ihnen außerordentlich angetan, jedenfalls immer dann, wenn ich daran arbeiten möchte.

Sollten Tiere in unserer Gesellschaft in Zukunft eine größere Rolle spielen?

Sie wissen ja, dass Tiere schon eine große Rolle spielen. Schließlich werden in Deutschland in ca. jedem dritten Haushalt Tiere gehalten. Aber neben den Millionen geliebter Haustiere "verbrauchen" wir auch 2,9 Millionen Tiere jährlich in Tierversuchen - völlig inakzeptabel! Und jährlich werden in Deutschland Millionen Hühner, Schweine und Rinder gehalten und getötet - und das unter Bedingungen, die leider allzu oft alles andere als akzeptabel sind - und das nur, um auf unserem Teller zu landen. Hier bleibt noch viel zu tun - und in diesem Sinne: Ja, die Tiere sollten in unserer Gesell- schaft zukünftig eine größere Rolle spielen!

Welche Tiere faszinieren Sie neben Ihren eigenen am meisten?

Ich glaube, jedes Tier ist auf seine Weise faszinierend, sogar Spinnen! Mich bewegt aber mehr das viele Tierleid in unserer Gesellschaft. Wir verdrängen gerne das elendige Leben und Sterben der Tiere, denen wir täglich viel Leid zufügen, weil wir meinen, sie hätten unseren Interessen zu dienen. Ich denke, wir sollten unsere Moralvorstellungen in diesem Punkt endlich zeitgemäß weiterentwickeln und die Rechte der Tiere stärken.

Quelle: zza 03/2013


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