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Gut zu wissen 08.11.2018

© KMK/Jürgen Rösner

Die Katze tierisch gut beschäftigen

Tiertrainerin Anke Giesemann ist eine ausgewiesene Katzenexpertin und tritt mit ihrem Kater Filou regelmäßig öffentlich auf. Im Interview verrät sie Tipps und Tricks in Sachen Katzenbeschäftigung.

 

 

Frau Giesemann, warum ist es so wichtig, sich als Halter ausreichend mit seiner Katze zu beschäftigen?

Giesemann: Durch die regelmäßige Beschäftigung mit der eigenen Katze wird die Bindung zwischen Katze und Halter gestärkt. Diese ist immens wichtig für das Vertrauen des Tieres in den Menschen. Nur wenn die Katze vertraut, bedeutet zum Beispiel der Gang zum Tierarzt nicht Angst und Stress für sie. Außerdem ist die Katze insgesamt ruhiger und zufriedener und zeigt kein unerwünschtes Verhalten wie nächtliches Randalieren, wenn sie körperlich und geistig ausgelastet ist.

Brauchen alle Katzen gleich viel Zuwendung?

Unbedingt. Alle Katzen wünschen sich Aufmerksamkeit von ihrem Halter und brauchen diese auch. Nur die Art der Zuwendung kann unterschiedlich sein. Zum Beispiel sind junge Katzen sehr mobil und mögen es, sich zu bewegen. Eine ältere Katze dagegen, die vielleicht schon Arthrose hat, wird keine Freude an Spielen haben, bei denen sie der Mensch durch die halbe Wohnung hetzt. Für sie kann es dann schöner sein, einfach mal ausgiebig gestreichelt und gebürstet zu werden. Auch die Rasse beeinflusst, woran die Katze Spaß hat: Bengalkatzen zum Beispiel sind sehr agil und müssen sowohl körperlich als auch geistig stark gefordert werden, während eine Britisch Kurzhaar- oder Perserkatze physisch weniger leistungsfähig ist und entsprechend kein so umfassendes Sportprogramm braucht.

Welche Arten von Spielen könnten einer Katze denn Spaß machen?

Prinzipiell kann man mit einer Katze alles machen, was man mit einem Hund auch machen kann. Das heißt: Man kann mit ihr Slalomlaufen oder durch den Reifen springen trainieren, sie von Stuhl zu Stuhl oder hochspringen lassen. Sehr beliebt sind auch Spiele, die den Jagdinstinkt des Tieres ansprechen: Im Handel gibt es unterschiedlichste sogenannte Katzenangeln mit Plüschmäusen oder Federn dran, hinter denen die Katze herjagen kann. Um das Füttern abwechslungsreicher zu gestalten, bietet sich statt des Napfs ein sogenanntes Fummelbrett an. Das ist ein Brett mit kleinen Hindernissen, sodass sich die Katze ihr Futter durch Geschicklichkeit erarbeiten muss. Etwas anspruchsvoller sind dann noch Intelligenzspielzeuge: Bei diesen wird das Futter in Behältnissen versteckt, die die Katze öffnen muss, um an das Futter zu kommen. Für Katzen ist das besonders schwierig, da sie stärker mit Augen und Ohren als mit dem Geruchssinn wahrnehmen. Man muss ihnen also zunächst zeigen, wo das Futter ist und wie man an es herankommt, damit sie mit der Zeit durch Zuschauen lernen können.

Auch der fürsorglichste Halter kann natürlich nicht immer bei seiner Katze sein. Was ist bei der Wohnungsausstattung zu beachten, um der Katze auch Unterhaltung zu bieten, wenn man selbst nicht zuhause ist?

Eine Möglichkeit ist, der Katze Zugang zu einer dritten Ebene zu verschaffen. Dazu baut man ihr im wahrsten Sinne des Wortes einen Catwalk, indem man einfach ein paar Bretter an der Wand befestigt, so dass sie darüber laufen und hohe Schränke erreichen kann. Auch ein Kratzbaum gehört in jedes Katzen-Zuhause. Idealerweise platziert man ihn am Fenster, so dass die Katze nicht nur darauf herumklettern, sondern auch gut das Geschehen draußen beobachten kann.

Auf der TIERisch gut - Messe für Hund I Katze I Aquaristik vom 10. bis 11. November 2018 informiert Anke Giesemann in ihrem Seminar „Von der Freigängerkatze zum Stubentiger - geht das?“ über Freigang, die Ausstattung einer katzengerechten Wohnung und Beschäftigungsmöglichkeiten für drinnen und draußen. Gemeinsam mit ihrem schlauen Kater Filou wird sie außerdem das Clicker-Training vorführen und beim ‚Medical Training‘ zeigen, wie Katzenbesitzer ihr Tier am besten auf den Tierarztbesuch vorbereiten.

Neben den Katzen dreht sich an diesem Wochenende in Karlsruhe alles um Hunde und die Aquaristik. Rund 270 Austeller präsentieren an den zwei Messetagen Futter- und Pflegemittel, Dienstleistungen, Accessoires und Zubehör. Zudem wird ein umfangreiches Showprogramm geboten. Weitere Informationen rund um die TIERisch gut gibt es im Internet unter www.tierischgut-karlsruhe.de sowie bei Facebook unter
www.facebook.com/TIERischgutMesseKarlsruhe/.


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